Als Schwerbehindertenvertretung leisten Sie Tag für Tag wertvolle Arbeit: Sie setzen sich für Kolleginnen und Kollegen mit Behinderung ein, klären, beraten, vermitteln, kämpfen für gerechte Lösungen. Doch so wichtig Ihre Aufgaben auch sind – oft geschieht all das eher im Stillen. Kaum jemand außerhalb des direkten Umfelds bekommt mit, wie engagiert und kompetent Sie handeln. Dabei ist es gerade für Ihre Position entscheidend, sichtbar zu sein: bei den Kolleginnen und Kollegen und der Geschäftsführung. Denken Sie daran: Selbstmarketing bedeutet, dass Ihre Arbeit das Gewicht bekommt, das sie verdient!
Selbstmarketing beginnt mit Selbsterkenntnis
Der erste Schritt zu erfolgreichem Selbstmarketing ist die ehrliche Auseinandersetzung mit Ihren eigenen Stärken. Fragen Sie sich:
– Worin bin ich besonders gut?
– Was unterscheidet mich von anderen?
– Welche Rückmeldungen bekomme ich von Kolleginnen und Kollegen?
– Wo habe ich ganz konkret etwas zum Positiven bewegt?
Wenn Sie sich Ihrer Kompetenzen bewusst sind, können Sie diese auch gezielter nach außen kommunizieren – z. B. im Gespräch mit dem Betriebs- oder Personalrat, den Führungskräften oder auf Veranstaltungen. Reflektieren Sie also Ihre Stärken, machen Sie Ihre Leistungen sichtbar, und bringen Sie sich aktiv ein – strategisch, aber stets authentisch. Denn wer Gutes tut, darf und soll auch darüber sprechen.
Checkliste: So gelingt Ihnen authentisches Selbstmarketing als Schwerbehindertenvertretung
– Machen Sie eine Selbstinventur: Überlegen Sie: Was kann ich besonders gut? Wofür schätzen mich Kolleginnen und Kollegen? Welche Erfolge konnte ich als SBV bereits erzielen?
– Holen Sie Feedback ein: Fragen Sie gezielt bei Kolleginnen und Kollegen oder anderen Vertrauenspersonen nach: Wie wird meine Arbeit wahrgenommen? Wo sehen andere meine Stärken?
– Dokumentieren Sie Ihre Erfolge regelmäßig: Notieren Sie, welche Themen Sie erfolgreich bearbeitet haben – am besten mit Datum, Ziel, Verlauf und Ergebnis. Diese Fakten helfen Ihnen, Ihre Arbeit später überzeugend darzustellen.
– Kommunizieren Sie Ihre Ergebnisse proaktiv: Berichten Sie z. B. in der Betriebs- oder Personalversammlung, in internen Newslettern oder im Intranet regelmäßig über Ihre Arbeit – sachlich, aber mit Stolz.
– Zeigen Sie Profil: Positionieren Sie sich als Expertin oder Experte für Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion. Zeigen Sie klar, wofür Sie stehen und worin Ihre Rolle besteht.
– Knüpfen und pflegen Sie Netzwerke: Suchen Sie aktiv den Austausch mit anderen Interessenvertretungen, Integrationsbeauftragten, Schwerbehindertenvertretungen anderer Betriebe und Fachstellen.
– Bieten Sie sich für neue Aufgaben an: Bringen Sie sich bei relevanten Projekten oder Arbeitsgruppen ein – z. B. beim Thema BEM, Digitalisierung oder Personalentwicklung mit Blick auf Inklusion.
– Achten Sie auf Ihr Auftreten: Ob Kleidung, Körpersprache oder Gesprächsführung: Überlegen Sie, welchen Eindruck Sie vermitteln – auch in schwierigen Situationen.
– Werden Sie zur Stimme der Inklusion: Halten Sie Vorträge auf internen Veranstaltungen, schreiben Sie Beiträge für Mitarbeitermedien, oder berichten Sie über erfolgreiche Falllösungen – natürlich unter Wahrung der Vertraulichkeit.
– Nutzen Sie Anerkennung gezielt: Wenn andere Ihre Arbeit loben, nehmen Sie das bewusst an – und greifen Sie solche Rückmeldungen später in Gesprächen auf, z. B. mit der Geschäftsleitung.
– Bleiben Sie authentisch: Selbstmarketing funktioniert nur, wenn Sie sich mit dem, was Sie kommunizieren, auch identifizieren können. Seien Sie sichtbar – aber bleiben Sie immer Sie selbst.
(Stand: 24.06.2025)

